Der Privat-Öffentliche Projektfonds – so funktioniert’s!

Stadtmanager Dr. Stefan Werner erklärt den privat-öffentlichen Projektfonds und seine Ziele – und Veranstalterin Dorien Meima-Schmid erzählt, wie es mit ihrem Pop-Up-Store-Projekt lief.

Lieber Herr Werner,

Was genau ist der Privat-Öffentliche Projektfonds?

Der Privat-Öffentliche Projektfonds ist ein städtisches Instrument zur Unterstützung von Bürgern, Vereinen oder Organisationen und für die Umsetzung von Ideen, die der Innenstadt gut tun. Das wären zum Beispiel Maßnahmen zur Belebung der Innenstadt, für ein positives Image, zur Unterstützung der lokalen Wirtschaft und zum Steigern der Aufenthaltsqualität für Bürger und Besucher.

Eigentlich existiert der Projektfonds schon seit 2014, aber seit letztem Jahr erhält er auch öffentlich mehr Aufmerksamkeit.

Finanziert werden pro Projekt maximal 50 Prozent der Gesamtkosten aus einem Topf mit 15.000 Euro pro Jahr. Über die Vergabe der Mittel entscheidet die Lenkungsgruppe Stadtmanagement.

Wer kann ihn wofür in Anspruch nehmen?

Das ist einfach zu beantworten: Jeder! Egal ob Bewohner der Stadt, Vereine, Gewerbetreibende, Organisationen oder Initiativen, jeder der eine Idee hat kann einen Antrag stellen. Wichtig ist nur, dass das Projekt die Innenstadt positiv beeinflusst; genauer den Bereich zwischen Bergwald und Bahnhof.

Wie kann ich mich „bewerben“?

Dafür sind eigentlich nur drei Schritte nötig:

  1. Auf der Website des Projektfonds informieren Sie sich über die Förderrichtlinien und laden den Projektantrag herunter.
  2. Den ausgefüllten Antrag reichen Sie beim Stadtmanagement ein. Er wird dann geprüft und Sie erhalten den Förderbescheid.
  3. Wenn das Projekt abgeschlossen ist, füllen Sie das Formular für den Abschlussbericht aus und reichen es ein.

Wenn das Projekt wie geplant durchgeführt wurde, wird der Zuschuss überwiesen. Eine Vorauszahlung ist auf Antrag auch möglich.

Bei Fragen, egal zu welchem Schritt, kontaktieren Sie gerne das Stadtmanagement am Loisachufer 2.

Wer hat das bisher für welche Projekte getan?

Im letzten Jahr wurde die Förderung für vier Projekte beantragt und auch für alle vier genehmigt. Einige haben sie bestimmt mitbekommen, zum Beispiel den Pop-Up-Store von Dorien Meima-Schmid in den ehemaligen Räumen der Sparkasse, wo viele Wolfratshauser Künstlerinnen und Künstler in der Vorweihnachtszeit ihre Werke ausstellen und verkaufen konnten. Der Werbekreis Einkaufsstadt Wolfratshausen e.V. hat gleich zwei Projekte eingereicht: Er hat beim Verkaufsoffenen Sonntag am Muttertag Blumensamen verteilt und im Sommer das „White Dinner“ an der Floßlände ausgerichtet. Der Verein „Flößerstraße e.V.“ hat mit den Mitteln das erste FlussFilmFestival im Wolfratshauser Kino und der Loisachhalle mitfinanziert.

Wer mehr über die vergangenen Projekte erfahren will, kann sich auf der oben genannten Website Kurzzusammenfassungen dazu ansehen – beispielsweise dafür sind auch die Abschlussberichte da.

Welche Erwartungen haben Sie an den Projektfonds? Und haben sich diese Erwartungen erfüllt?

Mit Hilfe des Projektfonds sollen Wolfratshauser Bürger mit guten Ideen Unterstützung bei der Umsetzung bekommen. Das alles ist Teil des großen Ziels, eine schönere, lebenswertere Innenstadt zu schaffen und das geht nur, wenn alle Akteure der Stadt zusammenarbeiten. Der Projektfonds soll das möglichst unkompliziert und „benutzerfreundlich“ gestalten.

Was erhoffen Sie sich für die Zukunft?

Die Projekte vom letzten Jahr waren ein super Anfang, doch es ist noch viel mehr möglich. Von den 15.000 Euro im Topf wurde in 2018 nur etwas mehr als die Hälfte genutzt. Für die nächsten Jahre wünsche ich mir mehr solcher schönen sinnvollen Projekte, damit das Potenzial des Projektfonds voll ausgeschöpft wird. Genug gute Ideen sind da, da bin ich mir sicher.

Gibt es schon Antragsteller für 2019? Welche Projekte können wir erwarten? Was für Projekte sind dort vertreten?

Es gibt schon viele Interessensbekundungen. Anträge haben die Veranstalter aber noch nicht eingereicht, also verrate ich lieber noch nichts Genaues. Sobald aber zukünftige Projekte feststehen, werden sie ebenfalls auf der Website https://www.wolfratshausen.de/stadtmanagement-wirtschaft/stadtmanagement/privat-oeffentlicher-projektfonds/ vorgestellt – es lohnt sich also, ab und zu reinzuschauen!

Vielen Dank, Herr Werner!


Erfahrungsbericht von Dorien Meima-Schmid, Initiatorin des Pop-Up-Stores

Dorien Meima-Schmid begann, mit ihrer Firma „Startups&More“ Pop-Up-Stores zu organisieren, um das Problem mit dem Leerstand in Innenstädten zu bekämpfen. Angefangen hat sie in Miesbach, es folgten Bad Tölz und Geretsried. Mindestens zehn Kreativschaffende müssen dafür zusammenkommen, um leerstehende Räumlichkeiten einen Monat lang mit Leben zu füllen. Anfangs war es noch schwer, so viele für ein so unkonventionelles Projekt zu gewinnen, doch inzwischen gibt es immer mehr Bewerber – so auch in Wolfratshausen, wo die Sparkasse in der Vorweihnachtszeit ihre ehemaligen Räume in der Innenstadt anbot. „Der Pop-Up-Store in Wolfratshausen war ein Riesen-Erfolg“, resümiert Dorien nachdem das Projekt abgeschlossen ist. „Wir hatten wahnsinnig viel Laufkundschaft. Die Zeit vor Weihnachten war ideal um unser Kunsthandwerk zu verkaufen, und die Lage mitten in der Innenstadt ist einfach top! So konnten wir einen Umsatz von 10.000 Euro erwirtschaften – bei Weitem das Meiste von allen Pop-Up-Stores!“

Damit so ein Projekt funktioniert, braucht es einen Eigentümer, der leerstehende Geschäftsräume kostenlos zur Verfügung stellt – und viel finanzielle Unterstützung, zum Beispiel durch den Projektfonds. „Klar ist es mit so einem Antrag auf Förderung immer ein bisschen bürokratisch, man muss Formulare ausfüllen und Berichte schreiben, aber es war wirklich nicht schlimm. Am Ende des Projekts haben wir die Förderung problemlos bekommen. Solche Chancen muss man nutzen, denn es wäre  totschade wenn prominente Gebäude wie dieses von der Sparkasse so lange leer stehen.“

Wer mehr über das Projekt erfahren will, kann die Website der Veranstalterin unter https://www.startupsandmore.de/ besuchen.

Inzwischen ist übrigens öffentlich, dass der Pop-Up-Store sogar Langzeitwirkung hat: Er war so erfolgreich, dass drei der Künstlerinnen, die dort ausgestellt haben, beschlossen haben, weiterzumachen: In der „Werkstattgalerie Handg’macht“ wollen die Fotografin Petra Bauer-Wolfram, Papierhandwerkerin Martina Gaydoul und Lederwarenproduzentin Cornelia Rebhan ab April 2019 bis Juni 2020 eine Plattform erhalten  für regionale Künstler und Kunsthandwerker, die dort produzieren, präsentieren, verkaufen und einfach zusammenkommen möchten.

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