Herbst – Erntezeit der reifen Wildfrüchte

Wenn man durch Wald und Flur einen Spaziergang macht, erlebt man an Frühlings- und Sommertagen blühende Hecken und frische Wildkräuter. Jetzt im Herbst ist die Zeit der Ernte reifer Früchte und Beeren. Die Farben der Natur werden jetzt sehr intensiv: das Rot der Beeren, das dunkle Violett des Hollers, das Blau der Schlehen, das Braun der Nüsse und das Laub bekommt seine goldene Farbe. Alle diese Früchte haben viele wertvolle Inhaltsstoffe und können gut als Wintervorräte verarbeitet werden.

Im Herbst beginnt die Erntezeit zahlreicher Wildfrüchte. Neben Holunderbeeren, Nüssen und Schlehen beginnt auch die Zeit der strahlend roten Hagebutten.

Kommt man an einem Bauernhaus oder einer Scheune vorbei, fällt sofort auf, dass dort meistens ein Holunderbusch, auch Holler genannt, steht. Ein alter Volksglaube erzählt, dass man dort „den Hut ziehen soll“, denn der Holler sei eine alte Heilpflanze und gebe Schutz vor bösen Geistern und Blitzschlag an Haus und Hof. Es wird auch gesagt, dass der Holler aufgrund seiner besonderen Kräfte und Heilwirkungen die Apotheke Gottes sei.

Der Holler ist ein breitbuschiger Strauch, der bis zu einem Baum heranwachsen kann. Bereits im Frühling fallen die gelblich-weißen und duftenden Hollerblüten auf. Diese haben eine stark schweißtreibende Wirkung, und gelten daher bei Erkältungskrankheiten als altes Heilmittel, das als Tee zubereitet seine Wirkung entfalten kann.

Bevor der Holunderbusch die dunklen Holunderbeeren trägt, strahlen die Blütendolden in einer herrlich gelblich-weißen Farbe.

Auch in der Küche finden sowohl die Blütendolden als auch die Holunderbeeren ihre Verwendung. Die Blüten schmecken beispielsweise ausgezeichnet als Hollersirup oder –küchlein zubereitet. Wenn man jetzt im Herbst die reifen Holunderbeeren erntet, kann man diese gut zu Saft, Mus oder Marmelade verarbeiten. Da die Beeren sehr viele Vitamine enthalten, sind die Zubereitungen daraus ein Heilmittel zu Stärkung der Abwehrkräfte. Ein Holunderbeerensaft wirkt schweißtreibend bei Fieber und dient in der kalten Jahreszeit als Vorbeugung bei Erkältungskrankheiten. Aber auch bei der Zubereitung eines Wildfrüchtepunsches gehört der Hollersaft dazu.

Wichtig: Die Beeren niemals roh essen, sie können Erbrechen, Magen- und Darmprobleme auslösen. Nur im gekochten Zustand verzehren.

Herbstzeit ist Erntezeit – Auch im Oktober dürften noch wenige Holunderbeeren zu finden sein.

Holundersaft:

Ihr braucht:

Ca. 2 kg Holunderbeeren

Je 1l Saft ca. 200 g Zucker

So funktioniert´s:

Früchte waschen, mit einer Gabel die Beeren von den Stängeln absteifen.

Die Beeren kann man mit einem Dampfentsafter entsaften oder die Holunderbeeren mit etwas Wasser weichkochen und durch ein Passiertuch über Nacht ablaufen lassen.

Den gewonnenen Saft mit dem Zucker erhitzen und heiß in Flaschen abfüllen.

Holler- Birne- Marmelade:

Ihr braucht:

600 g Holunderbeeren

400 g Birnen

500 g Gelierzucker 2:1

1 Zitrone

So funktioniert´s:

Reife Holunderbeeren waschen, von den Stängeln befreien und mit etwas Wasser weichkochen.

Das Mus durch ein Sieb streichen. Birnen waschen und in kleine Würfel schneiden.

Alles pürieren, mit Gelierzucker und dem Saft einer Zitrone nach Vorschrift auf der Zuckerpackung aufkochen. Nach Gelierprobe heiß in Marmeladengläser füllen und fest verschließen.

Gutes Gelingen!

 

Zum Weiterlesen:

Am Freitag, den 16.10.2020, findet eine Kräuterwanderung mit der Kräuterpädagogin Annemarie Gillessen statt. Passend zur Jahreszeit erfahrt ihr bei der Führung spannende Details zu Hecken & Wurzeln. Zudem ist ein Mini-Workshop geplant. Die Anmeldung erfolgt per E-Mail: annemarie.georg@gmx.de

Kosten: 10,00 Euro
Dauer: 09:30 bis 11:00 Uhr
Treffpunkt: Stadtbücherei Wolfratshausen, Hammerschmiedweg 3, 82515 Wolfratshausen

Diesen Termin und alle weiteren geplanten Veranstaltungen findet ihr aber auch auf der Homepage der Isar-Loisach Kräuterpädagoginnen und –pädagogen . Dort ist für jede und jeden etwas Spannendes dabei.

Die Infektionsgefahr wird an der frischen Luft geringer eingestuft als zum Beispiel in Räumen. Bitte achtet dennoch stets auf die üblichen und geltenden Schutz- und Hygienemaßnahmen, wie zum Beispiel der Mindestabstand von 1,5 m und – sofern dies nicht möglich ist – die Benutzung einer Mund-Nasen-Bedeckung. Jeder und jede kann dabei mithelfen, dass die Infektionszahlen mit dem neuartigen Coronavirus kontrollierbar sind und wir somit insbesondere Risikogruppen schützen. Danke für euren Respekt!

 

 

 

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