Ein Gespräch mit Jugendhausleiterin Sarah Lössl-Mende

Nach einjähriger Elternzeit ist Sarah wieder zurück als Leiterin des Jugendzentrums La Vida in Wolfratshausen. Im Gespräch erzählt sie von den Aufgaben und Zielen ihrer Arbeit und spricht über aktuelle und geplante Aktionen sowie über sich selbst als Wolfratshauserin.

Wie kann man sich den Alltag im La Vida vorstellen?

Das La Vida ist ein Jugendzentrum, die Zielgruppe ist daher zwischen 13 und 21 Jahren alt. Wir haben Dienstag bis Donnerstag von 16.00-21.00 und Freitag bis Samstag von 15.00-20.00 Uhr auf. Dieser sogenannte „Offene Bereich“ ist der erste große Schwerpunkt. Dort geben wir den Jugendlichen Raum, um zu Kickern, Billard zu spielen oder einfach Freunde zu treffen. Die Weiterentwicklung davon sind dann unsere Beratungsangebote, z.B. bei Bewerbungen, bei Problemen zuhause oder bei Liebeskummer. Wir sind da, wenn die Jugendlichen einen Ansprechpartner brauchen und übernehmen die Vermittlung bei größeren Problemen.

Wir haben mehrere Kooperationen mit den Wolfratshauser Schulen. Dienstag bis Donnerstag ist am Nachmittag immer eine halbe Klasse der Jahrgangsstufen 5-9 für zwei Schulstunden bei uns im Haus, die dann mit uns je nach Interesse und Situation z.B. etwas über Drogen lernen, Kooperationsspiele machen oder auch Pizza backen. Zusammen mit dem Lions-Club München-Isartal und der Jugendsozialarbeit an der Mittelschule in Wolfratshausen werden die Schüler auch regelmäßig für Bewerbungsgespräche etc. geschult und für die 5. Klassen gibt es ein Programm, das sich Start Up nennt, um die frisch zusammengewürfelten Kinder miteinander vertraut zu machen. Auch mit der Realschule haben wir einen Projekttag organisiert, bei dem es um Kooperation, Kommunikation usw. geht.

Dann gibt es noch die festen Gruppenangebote, die regelmäßig und zu festgelegten Zeiten stattfinden, da bieten wir einen Zumbakurs, Boxtraining und Mädchentanzen an. Die Gruppen machen es vielen Jüngeren leichter sich zurechtzufinden, als im offenen Betrieb.

Schließlich haben wir auch noch die „Leistungen im Sozialraum“, das heißt wir beteiligen uns an Aktionen, die in der Stadt stattfinden, wie z.B. das Kino Open Air, bei dem wir einen Stand mit alkoholfreien Cocktails, Popcorn und ähnlichem anbieten, aber auch bei der Seniorenmesse, der ILOGA und dem Bürgerfest sind wir mit dabei.

Immer mittwochs von 19.00 bis 20.00 Uhr für Jungs und Mädels ab 13.

Zumba Kurs: Immer mittwochs von 19.00 bis 20.00 Uhr für Jungs und Mädels ab 13 Jahren.

Immer donnerstags 17.00 bis 18.45 Uhr ab 12 Jahren.

Box-Training: Immer donnerstags 17.00 bis 18.45 Uhr ab 12 Jahren.

Immer donnerstags von 19.00 bis 20.30 Uhr für Mädels ab 11.

Tanzen wie die Superstars: Immer donnerstags von 19.00 bis 20.30 Uhr für Mädels ab 11 Jahren.

Was macht Dir am meisten Spaß an der Arbeit?

Am meisten Spaß macht es mir, vorne im offenen Treff zu sein und nicht im Büro zu sitzen und die Kasse zu machen oder irgendwelche Programme abzutippen. Den Kontakt zu den Jugendlichen mag ich sehr: wenn sie von der Arbeit kommen und erzählen wie ihr Tag war, egal ob sie freudestrahlend oder mürrisch hereinkommen, wir sind oft der erste Ansprechpartner und das finde ich schön. Als Leiterin mag ich aber auch den „Orga-Kram“ gern, sonst würde ich das nicht machen. Wenn man etwas organisiert und umsetzt, wie z.B. das Sommerfest, und dann sieht, wie alles klappt und es den Leuten gefällt, das ist auch toll.

Vor allem die älteren Jugendlichen sind ziemlich engagiert, viele haben den Jugendleiterschein gemacht, der schon ganz schön umfangreich ist. Sie organisieren Angebote für die Jüngeren und sind auch immer tatkräftig bei den Veranstaltungen dabei. Natürlich sind die Jugendlichen mitten in der Pubertät nicht immer angenehm, aber die meisten sind höflich, offen und interessiert.

La Vida La Vida La Vida

Welche Aktionen sind für die nächste Zeit geplant?

Beim Bürgerfest werden unsere Mädels auf jeden Fall tanzen und vielleicht tritt auch die Band auf, die bei uns im Haus probt. Beim Open Air Kino helfen wir mit und dann werden wir uns auch verstärkt beim Ferienpass, der vom Stadtjugendpfleger Fritz Meixner organisiert wird, einklinken. Drei Wochen in den großen Ferien haben wir als Jugendhaus zu, weil das Haus für andere Ferienpassaktionen gebraucht wird, in den anderen drei Wochen steigen wir in die Angebote mit ein. Am letzten Schultag wird es eine „School’s Out Party“ geben, dann werden wir eine „Chill Out Party“ veranstalten, also ein gemütliches Grillen und Zusammensein im Freien, es wird einen Diabolokurs, ein Tischtennisturnier, Slackline, Pastellmalen, Yoga für Anfänger und einen Zumbakurs geben. Ich hoffe ich hab jetzt nichts vergessen.

 

Was gefällt Dir am besten an Wolfratshausen?

Eindeutig die Floßlände, die gefällt mir einfach gut und ich darf direkt daneben arbeiten und kann vom Büro aus immer auf die Loisach schauen, wenn ich nachdenken muss. Ich finde toll, das dort jetzt auch Veranstaltungen stattfinden und sie somit mehr ins Stadtleben eingebunden wird. Mir gefällt auch die Altstadt, die alten Häuser mit ihren Fassaden und es ist alles schön auf einem Fleck. Das Volksfest fand ich z.B. auch super, da bin ich das erste Mal mit meinem Sohn Kinderkarussell gefahren.

 

Sarah vor dem Jugendhaus

Sarah vor dem Jugendhaus

Kurzvita Sarah Lössl-Mende:

Sarah ist in Wolfratshausen geboren und aufgewachsen, hat dort die Mittlere Reife gemacht, auf die eine Erzieherausbildung in Giesing folgte. Durch ein Praktikumsjahr im Kindergarten und das Vorpraktikum im Kinderhort in Waldram wurde ihr klar, dass ihr eher die Arbeit mit älteren Kindern liegt. So ging es weiter mit dem Studium der Sozialen Arbeit in Benediktbeuern und einer Arbeitsstelle in einem Jugendzentrum in Neuperlach. Ihren Mann hat sie mit 19 Jahren kennengelernt, 10 Jahre später geheiratet und nun haben sie einen 16 Monate alten Sohn. Nach dem Umzug nach Geretsried hat sie sich im La Vida beworben und durch einen Zufall wurde ihr gleich die Leitungsstelle angeboten, die sie jetzt wieder besetzt.

 

Interview, Text und Fotos von Veronika Graf

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