Neugierig, wie es andere machen: Mit Mitgliedern von Stadtverwaltung und Stadtrat unterwegs auf Exkursion zum Olympiawerk und Domagkwerk in München.

Quartiers-Logistik und E-Mobilität waren die Themen der Exkursion nach München am Freitag, den 21.9.2018. Information aus erster Hand über die Möglichkeiten der Förderung der Umsetzung von E-Mobilität, der Organisation von Quartierslogistikzentren (für Stadt- bzw. Ortsteile) und der Realisierbarkeit von Last-Mile-Lieferkonzepten auf Basis von E-Mobilität holte sich unsere Stadt bei den Pionier-Projekten Olympiawerk und Domagkwerk im Münchner Norden. Der Bürgermeister führte die Gruppe, bestehend aus Vertretern der Fraktionen, Frau Leonhard vom Bauamt, Herrn Fischhaber von den Stadtwerken, Herrn Werner und seine neue Mitarbeiterin Laura Schniotalle vom Stadtmanagement sowie Frau Schnaller vom Werbekreis, an.

Schon die Fahrt nach München versprach ein Erlebnis und Abenteuer zu werden, wurde dafür doch extra einer der zwei in Europa einzigartigen E-Busse nach Wolfratshausen durch die Firma Paul gebracht.

Exkursion

(c) Stadt Wolfratshausen | Fotografin Beate Mader

Ganz schön flott ging es im E-Bus, hier passen 13 Personen rein, auf der Autobahn nach München und dann direkt ins Olympische Dorf.

Das komplette Olympiadorf ist autofrei, das wurde 1972 schon ganz innovativ dadurch geschafft, dass alle Autos, egal ob Verkehr oder Parken, unter das Olympische Dorf verbannt wurden. Einen Eindruck bekamen wir bei der Rundfahrt durch die weitläufige Garage. Unser Bus wurde auf dem E-Parkplatz abgestellt und wir gingen zum Olympia Werk, unserem ersten Ziel.

Das Olympia Werk – der Serviceladen für die Bewohner im Olympia Dorf

Christian Treffer und seine Frau betreiben mitten im Herzen des Olympischen Dorfes das Olympia-Werk. Der Laden wurde von dem Handwerker-Ehepaar gegründet und  ist mehr als nur ein Treffpunkt, erfahren wir von Herrn Treffer und seinen Mitarbeitern. Er ist Herz, Netzwerktreff, Dienstleistungsangebot, Paketshop, Internet-Café und noch vieles mehr. Immer weitere Angebote kommen dazu. Teilweise, weil andere Anbieter diese aufgeben, oder weil Nachbarn bestimmte Leistungen anfragen. Der Mix macht das Service-Angebot erst rund und auch für die Betreiber finanzierbar. Denn das erfahren wir auch: es steht kein Verein oder städtischer Träger dahinter, sondern die Mitarbeiter und das Ehepaar Treffer leben vom Olympiawerk.

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Besonders das vielfältige Angebot an E-Fahrrädern und E-Lastenräder wurde von unserer Gruppe bestaunt. Zum Teil werden die Fahrräder im Olympia Dorf genutzt, um Dinge auszufahren, wie z.B. Pakete, oder um Dienstleistungen, wie Hausmeisteraufgaben, Handwerksleistungen oder andere Tätigkeiten vor Ort durchzuführen. Gerne werden die E-Bikes auch von den Bewohnern im Olympia Dorf ausgeliehen.

Last Mile oder Letzte Meile

Wie funktioniert das mit der „Letzten Meile“? Die Idee dahinter ist, den Verkehr durch Paketdienstleister im Quartier zu minimieren, in dem die Pakete an einer zentralen Stelle gesammelt angenommen werden und von dort dann mit e-Mobilität, also CO2-frei, ausgeliefert werden. Was hier schon alles machbar ist und von den Paketdienstleistern geplant ist, stellt uns Matthias Moldenhauer von Hermes Germany GmbH vor.

Netzwerken auf der Olympia Alm

Im höchsten Biergarten von München ging es dann zur Mittagspause. Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir uns über das bisher gehörte austauschen, uns mit den Mitarbeitern des Olympiawerkes, den Beratern des lokalen Kompetenzzentrums für E-Mobilität und den Hermes Mitarbeitern unterhalten bevor es wieder zurück zu unserem E-Bus ging.

Domagk-Werk

Das Domagk-Areal ist noch ein ganz neuer Stadtteil im Münchner Norden, mit dem die Stadt München schon in der Planung viel Innovatives umsetzte. Das Domagk-Areal ist auch Bestandteil der EU geförderten Initiative „Civitas Eccentries – Cleaner and better transportation in cities“. Schon in der Planung wurde die Schaffung eines Service-Zentrums fürs Stadtquartier befürwortet. Die Betreiber des Olympiawerkes wurden daraufhin angesprochen, ob sie dies mit umsetzen wollten. So wurde das Domagk-Werk ins Leben gerufen.

Auch hier ist es der Mix, das breitgefächerte Angebot, der es wirtschaftlich macht. Paketshop, Auslieferung und Annahme von Paketen, Urlaubsvertretungs-Service, Concierge-Service, eine E-Mobilitäts-Station und vieles mehr wird hier den Bewohnern geboten. Und sie nehmen es gerne an. Mittlerweile gehört auch die technische Betreuung des Horizont-Hauses mit zum Service-Portfolio des Domagkwerks. Dieses Haus durften wir für ein paar Fachvorträge auch noch kennen lernen.

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E-Mobilität für Stadtverwaltungen

Annette Schwabenhaus zeigte mit verschiedene Vergleichsrechnungen, welche Fahrzeuge im städtischen Fuhrpark sich ganz besonders für E-Mobilität eignen.

Wie die Zeit verging. Obwohl wir uns noch gerne weitere Vorträge unserer begleitenden Berater anhören wollten, drängte die Zeit. Es stand noch eine Architekten-Führung durch den Architekten, Walter Hable, zur Genossenschaft WagnisART an.

Innovatives gemeinschaftliches Zusammenleben

Das Konzept begeistert. Die Genossenschaftsmitglieder haben mit den Architekten zusammen neue Konzepte des Zusammenlebens in einem Areal aus 5 Gebäuden geplant und realisiert. Nur zwei Punkte schränkte die Stadt München im Rahmen eines Bebauungsplanes ein: die Anzahl der Stockwerke und die insgesamt zulässige Geschossfläche. Wie mit architektonischen Kniffen, das Miteinanderleben so nah und doch geschützt für unterschiedliche Nutzergruppen umgesetzt wurde, beeindruckte uns sehr. WagnisART hat dafür den Deutschen Städtebaupreis und den Preis für Nachhaltiges Bauen erhalten.

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Und schon war die Zeit der Exkursion schon wieder zu Ende. Wir fuhren mit unserem E-Bus zurück nach Wolfratshausen und sprachen bei der Fahrt noch intensiv über das Gesehene und Erlebte.

Der Austausch soll zu gegebener Zeit in Wolfratshausen fortgesetzt werden, um gemeinsam nach Möglichkeiten der weiteren Zusammenarbeit zu suchen.

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